Von den anderen Erweiterungen im Umgang mit Farbe und den Möglichkeiten über den Pinsel hinauszukommen, ging folgende als die wohl prominenteste in die neuere Kunstgeschichte ein: Sydney Pollocks Tröpfel- und Gießaktion in den 40-er Jahren unter dem Einfluss der Technik des mexikanischen Muralisten Siqueiros. Pollock kehrte freilich in den 50-er Jahren zur Pinseltechnik zurück. Sicher wird auch Karl Hartmann nicht seine weitere künstlerische Tätigkeit einzig der „Grinding Work“-Technik widmen. Doch hat er bereits jetzt in den Varianten dieser neuen Technik, die sich dem Betrachter entschlüsseln, dem zeitgenössischen Kunstgeschehen eine neu ausgelotete Spielart hinzugefügt, ebenso unserer Farbphantasie und unserem Farbgedächtnis. Auf handwerklich meisterhafte und künstlerisch hoch komplexe Weise hat er einen originellen Anstoß mit seinen Gestaltungen gegeben und schließlich unseren haptischen Sehnsüchten im Zwischenbereich von Malerei und Plastik Flächen spürbar und fühlbar gemacht, in dem er sie so konsequent wie sensibel im Schleifvorgang für sich selbst erspürt hat.

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