Die Tiefe des Bildraums spielt hier eine ebenso gewichtige Rolle wie die Weite, die durch die hellen leuchtenden, fast kalligraphisch anmutenden Linien entsteht, die aus dem Bild in den Realraum hinein führen.

 

Bei den “Grinding Works” gehen Konstruktion und Destruktion Hand in Hand. Wie von selbst entwickelt sich hier das Werk unter der planenden Hand des Künstlers. Der Betrachter spürt hier nicht nur die Freude an der gelungenen Arbeit, sondern auch den Leidensprozess, der jede positive künstlerische Entwicklung begleitet. Wie bei jeder ernsthaften Arbeit ist es nicht allein die unbeschwerte Leichtigkeit, die man in den hellen, kraftvollen Farben und den dynamischen Pinselschwüngen in Hartmanns neuen Arbeiten spürt. Es sind auch die Narben, welche der Arbeitsprozess auf der Oberfläche der Leinwand hinterlassen hat, die den Reiz des Werkes ausmachen. Beide Ebenen wirken hier – wie im realen Leben – kongenial zusammen. Insofern sind Hartmanns Bilder Metaphern für das reale Leben, das sich in der Regel nie ohne Leidensprozesse vollzieht.

 

Die Nachvollziehbarkeit jener “Leidensprozesse” im Bildaufbau erscheinen als Spuren im abgeschlossenen Werk und verweisen darauf, dass immer noch Weiterentwicklungen möglich sind. Das Wesen der Kunst, das machen Hartmanns Arbeiten deutlich, besteht eben nicht allein im Malakt als solchem, sondern auch in dem Wissen, wann der Gipfelpunkt erreicht ist, jenen bestimmten, nur gefühlsmäßig erfassbaren Punkt, über den der Künstler besser nicht hinausgehen sollte.

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