Auch solche Entscheidungen werden in den Arbeiten des Künstlers offengelegt und sichtbar gemacht. Auf Perioden des raschen Voranschreitens, des leicht von der Hand gehenden Pinselschwunges folgen Brüche und Selbstzweifel, die sich in den verschiedenen Ablagerungen manifestieren. Insofern ist die Technik, die der Künstler hier anwendet, den Inhalten adäquat, die er damit zum Ausdruck bringen möchte. Seine Themen erschließen sich dem Betrachter allerdings nicht durch verbindliche Interpretationsmuster, sondern allein durch den sinnlichen Eindruck, der über den kognitiven Bereich der Bildbetrachtung weit hinaus geht. Eindeutige figurative Hinweise fehlen hierbei vollkommen. Die feste Kontur scheint sich vielmehr vollständig in die Gesamtheit des Bildes zu integrieren.

 

Karl Hartmann geht es offensichtlich um das Werden und Vergehen, um Wachstum und Verfall und um den Übergang von einem Zustand in den anderen. Dieses Zusammenspiel macht unser Leben aus und jeder Einzelne wird dieses Werden angesichts der “Grinding Works” mit unterschiedlichen Erinnerungsbildern verknüpfen. Deshalb sind bezüglich ihrer Bedeutungsinhalte keine allgemeingültigen Aussagen möglich. Jeder einzelne Betrachter wird sich mit seiner ganz besonderen Lebenserfahrung diesen Bildern nähern und seine eigenen Zugangsmöglichkeiten finden. Aber trotz dieser unterschiedlichen Deutungsmöglichkeiten bleiben Hartmanns Werke im Gedächtnis haften, weil sie durch ihre Komplexität tief ins Innere dringen. Auch für den Künstler selbst bleiben sie ein Geheimnis, denn mit jedem neuen Bild lässt er sich auf ein neues Abenteuer ein.

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