Der zutreffend als „Grinding Work“ bezeichnete Werkzyklus weist zwar auch bei einigen Arbeiten Grapheme auf, doch sind solche als sekundäre Gestaltungselemente zu verstehen, als Rasterungen und Rahmungen, nicht als Träger der Farbentscheidung. Das sich öffnende Reich der „Grindings“ stellt sich so nicht weniger ausformbar und differenzierbar dar, als das des bisherigen Pinselauftrags. In den einzelnen Arbeiten des „Grinding Work“-Zyklus sind die verschiedensten malerischen Positionen dieser ganz anderen Mal- Technik ergriffen. Da sind Flächen aufgespachtelt mit den strukturbildenden Spuren der Absatzkanten der Spachtel neben den Schleifspuren, wie Schlittschuhkratzer auf einem milchig-farbigen Eis. Oder die Schleifspuren bilden Inseln auf einer grün-gelb-blauen Grundierung, anmutend wie die Fläche eines Stadtplans. Schleifspuren sind ein anderes Mal zu festen Umrissen geballt, und sehen aus wie ein farbiges Schattenspiel zu den Figuren von Cervantes‘ Roman über den Ritter Don Quixote und seinen Knappen Sancho Panza. Oder auf einem Hintergrund, den wir mit einer überstrapazierten Plakatwand assoziieren könnten, sind lineare Spuren gesetz.

 

Es kommt auch vor, dass Hartmann, wenn bei der Schleifarbeit figurative Anmutungen entstehen, sich den Spaß macht, solche Flächen und Spuren zu umreißen, so dass auf einem wilden Fleckenteppich mit roten, blauen, braunen Schleifinseln und Farbspritzlinien kleine bunte Fische und eine Haifischflosse auf dem Bild auszumachen sind.

 

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