Oder der kohärent gleich gelbe Hintergrund mit blauen, gekurvten Vektoren ist übermalt mit schwarzen, ornamental transparentem Linienwerk. Zunehmend werden von Karl Hartmann auf den Leinwandrechtecken innerhalb des Bildes Binnenrahmen gestaltet, wie Rahmen der Erzählung eines herausgekratzten Farbgeschehens zwischen Blau und Gelb mit roten Inseln.

 

Es sind farbintensive, fröhliche Farbwelten, die uns Hartmann in seinem Zyklus vorführt. Wenn er Farbflächen und Farbbänder im Herausschleifen gewissermaßen zur Bewegung bringt, entstehen in diesen Farbwelten geradezu bunt russische Märchenwelten, so als habe der späte Chagall dem frühen Kandinsky die Staffel des Hütens aller Farbgeheimnisse übergeben. Veritable karnevalistische Stimmung vermitteln einige Arbeiten, mit unzähligen Farbinseln, welche für viele vielleicht die Erinnerung an die Muster von Farbstiften in der Kindheit aufrufen. Ein dünnes Liniengespinst überzieht dabei schwungvoll diese Fläche. Wie die Draufsicht auf ein Spielbrett mutet ein anderes Werk an, mit verschiede- nen Zentren und Subzentren. Immer wieder sind durch Umrissgestaltung unterschiedliche Zonen wie Binnenfigurierungen herausgearbeitet. In einem seiner Werke glaubt man sogar eine Christusund Engelfigurierung zu entdecken, wie man dies von Mosaiken und der Freskenmalerei her kennt, umgesetzt in Hartmanns „Grinding“- Technik. Ausnahmsweise verpasst der Künstler seinem Bild-Farb-Geschehen einmal eine geometrische Rasterung, als Reverenz möglicherweise an die Väter der minimalistischen Malerei oder an die Op-Art.

1 | 2 | 3 | 4 | 5 

zurueck